Aktuelles

 Fotos: Marion Franke-Sochacki

Erwähnenswert sind im September 2018 trotz anhaltender Trockenheit große Vorkommen von Pleurotus pulmonarius – dem Sommerausternseitling im Lechlumer Holz, sowie auffallend zahlreiche Fruchtkörper von Armillaria mellea - dem Honiggelben Hallimasch im Oderwald.

                 
           Der Orangeseitling, Phyllotopsis nidulans, befindet sich seit einigen Jahren
           im Landkreis Wolfenbüttel in Verbreitung. Standortfoto aus dem Oderwald
           24.11. 2018


 

Pilzkartierung – Kleiner Fallstein


Fliegenpilz, Myko-AG stellt von 2013 bis 2017 über 100 Pilzarten auf dem Kleinen Fallstein fest.

Von April 2013 bis November 2017 wurden von der Fliegenpilz, Myko-AG im Wolfenbütteler Land 114 Pilzarten auf dem Kleinen Fallsteins dokumentiert. Bei den Exkursionen wurden folgende Teilgebiete pilzkundlich erfasst: das südwestlich exponierten Birkenwäldchen, der angrenzende Teil des GRÜNEN BANDES-der renaturierten ehemaligen innerdeutschen Grenze, der Kammweg sowie die südöstlichen Ausläufer des Höhenzuges. Dabei entstanden über 30 Standortfotos, mit denen zum Teil recht seltene Pilzarten belegt wurden.
Die Gesamtfundliste wurden an die Landeskoordinatoren für Pilzkartierung in Sachsen-Anhalt weitergeleitet, die sich freuten, Daten aus einem
Gebiet zu erhalten, dass früher pilzkundlich nicht bearbeitet werden konnte.
Die Mykologie in Sachsen-Anhalt
fundiert auf einer langjährigen, starken Tradition wie sie auch von den anderen neuen Bundesländern bekannt ist.
Besonders verdient gemacht hat sich Dr. Henning Roloff, Mitglied der Fliegenpilz-Myko-AG, bei der pilzfloristischen Erforschung dieses Gebietes. Einige Jahre seiner Kindheit verbrachte er in Rhoden, wo er schon mit seinem Großvater den Kleinen Fallstein bewanderte und dort die wechselvolle deutsche Geschichte intensiv erlebte. Immer noch fühlt sich der gute Biotopkenner mit der landschaftlich reizvollen Gegend verbunden. Seine kontinuierlichen Exkursionsbegleitungen erbrachten immer wieder neue pilzkundliche und ökologische Erkenntnisse.--
Der Kleine Fallstein gehörte bis 1989 zum Sperrgebiet der DDR. Das Gebiet wurde baumfrei gehalten, um den Grenzsoldaten freie Sicht zu ermöglichen. Erst nach dem Mauerfall konnte sich wieder ein natürlicher Bestand an Gehölzen heranbilden. Am Südhang dominiert vor allem der dichte Birkenpionierwald, andere Gehölzarten wurden aufgeforstet. Einige wenige Obstbäume beeindrucken durch ihre Größe und ihr Alter.-
Der Höhenzug wurde in verschiedenen Erdzeitaltern aus Kalk-und Sandstein geformt.
Die Pilzkartierung beschränkte sich weitgegend auf das bodensaure Gebiet mit Sandstein im Untergrund, in dem sich u.a. Heidekraut und Blaubeeren angesiedelt haben.

Der Charakterpilz des Kleinen Fallsteins ist dort der giftige Zottige Birkenmilchling, auch Birkenreizker, genannt (Lactarius torminosus).
Diese Art erscheint von September bis Anfang November und lebt in Symbiose mit Birken. Vereinzelt sieht man Fliegenpilze und Steinpilze. Auf dem Kammweg schmücken im Spätherbst bunte Saftlinge den moosigen Boden. An alten oder liegenden Stämmen wächst der Birkenporling, (Piptoporus betulinus) in großer Anzahl, der in der osteuropäischen Volksmedizin als Heilpilz gegen Magenbeschwerden bekannt ist.

Pilze leben als unterirdisches Geflecht, dem Myzel, im Boden, wo sie Bäume über weite Strecken miteinander vernetzen. Unter günstigen Bedingungen bilden sie ihre für uns sichtbaren „Schwämme“. Andere Arten wie Austernseitling oder Zunderschwamm leben im Totholz oder in vorgeschwächten Bäumen und bilden dort ihre Fruchtkörper zum Zwecke der Vermehrung.
Die Kartierungsarbeiten werden in unregelmäßigen Abständen fortgeführt.----
Ein Bildvortrag über Pilze am Kleinen Fallstein ist für März 2019 im Hotel Waldhaus/Wolfenbüttel geplant.----

Die Gesamtfundliste der aufgefundenen Pilzarten des Gebietes befindet sich in dieser Homepage in der Rubrik Kartierung ganz unten als pdf- Datei.

Text und Fotos: Marion Franke-Sochacki,
geprüfte Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V.

 
Zottiger Birkenmilchling, Lactarius torminosus - giftig

 
Ehemaliger Grenzwachturm, Kammweg Kleiner Fallstein


 

Pilzfunde im Sommer


 
Mycena renati, Gelbfüßiger Nitrathelmling. Standort: Oderwald

Pilzfunde im Herbst

Laccaria amethystina, Violetter Lacktrichterling
zwischen Hypholoma fasciculare, Grünblättrigen Schwefelköpfen,
Standort: Asse, Substrat: Bemooster Laubholzstubben

 




 

 


 

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