Text und Fotos: Marion Franke-Sochacki


Schwerpunktmäßig
werden Wälder des Forstamtes Wolfenbüttel, der unter der Obhut des Forstamtes Liebenburg stehende Oderwald sowie Gebiete des Landkreises Wolfenbüttel pilzfloristisch bearbeitet. Einige Exkursionen führen in die Waldgebiete um Braunschweig, in die Heide bei Gifhorn und in den Nationalpark Harz. Die Biotope, in denen Funddaten aufgenommen werden, weisen eine hohe geologische Vielfalt auf. Eine jeweils charakteristische Pilzflora findet  ihre Lebensgrundlage im basischen Buchenwald, im Eichen-Hainbuchenwald, im Kiefernwald über Kalk, im sauren Nadelwald, im Weidenfeuchtgebüsch, auf Halbtrockenrasen, in Parks mit altem Baumbestand und in Gärten. Die Gesamtliste der Kartierung  weist einen Stand von 1285 Pilzarten auf, die von 2004 bis 2018 dokumentiert wurden.
Pilze der Roten Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Großpilze, 2014 (Autor: Knut Wöldecke), ebenso schwer bestimmbare Arten werden mit Foto und (oder) Exsikkat, ggf. Mikroskopischen Aufnahmen, belegt. 
Funddaten wurden an den NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), Betriebsstelle Hannover-Hildesheim, das Niedersächsische Forstamt Wolfenbüttel, das Umweltamt des Landkreises Wolfenbüttel, das Umweltamt Salzgitter sowie Knut und Klaus Wöldecke/Hannover weitergeleitet. Ggf. wurden kommentierte Fundlisten erstellt, von denen z. T.  ökologische Maßnahmen abgeleitet wurden.
Die unter den Rahmenbedingungen des Fliegenpilz, Freizeit und Bildung e.V. entstandenen Kartierungsarbeiten werden ab 26.02.14 mit der pilzkundlichen Arbeitsgruppe Fliegenpilz - Myko-AG im Wolfenbütteler Land fortgesetzt.
Kartierungs-AG Marion Franke-Sochacki / Monika Rotenberg

Besondere Anerkennung erwarb sich Roman Jendroska, der mit seinen umfangreichen Computerarbeiten die Basis für die Vereinskartierung schuf und von 2003 bis 2007 die Dateien verwaltete.

 

Kleine Auswahl der Biotope, die mehr oder weniger intensiv kartiert wurden:

  Blick vom östlich der Bundesstraße B79 gelegenen Waldrand Nähe Sternhaus ins Lechlumer Holz
  Frühjahrsaspekt. Die Gesamtfundliste des Gebietes von 2004 bis 2012 weist 298 Pilzarten auf; die reale
  Gesamtzahl der Großpilze dürfte noch um einiges höher liegen.Mesophiler Buchenwald. Braunerde über
  Kalkstein und Mergelgestein; 84 - 100mHNN. Neben Fagus sylvatica auch andere Gehölzarten 
  ( über 30 ) - vereinzelt oder auf kleineren Flächen, z.T. angepflanzt von den Niedersächsischen
  Landesforsten


Herzogsberge, ehemaliges Truppenübungsgelände, Landschaftsschutzgebiet. Laubmischwald mit Eichen, Hainbuchen, Rotbuchen u. einigen Nadelholzbeständen. 85 -107mHNN. Geologie: Sand, Kies (Schmelzwasserablagerungen); Schluff über Sand, Kies (Lößlehm mit Ton-und Mergelstein untermengt. Vorgelagerte Wiese des Nordteils, wo sich ein Erlenbruch befindet.

Herzogsberge, Blick auf ein ökologisch interessantes Südrandgebiet mit Altbaumbestand. Mit bislang 431 dokumentierten Pilzarten sind die Herzogsberge das pilzfloristisch am intensivsten bearbeitete Gebiet im Landkreis Wolfenbüttel.


  Blick vom Kleidersellerweg auf einen der Fischteiche in Riddagshausen – Herbstaspekt.
  Einige Abstecher führen die Kartierungs-AG auf die Rundwege um die Teiche des Naturschutzgebietes;
  76mHNN. Die dort befindlichen Altbäume ( Quercus, Salix, Populus, Alnus u.a. ) sind auch für die Mykoflora
  von hoher ökologischer Bedeutung, denn zahlreiche, z.T. gefährdete Mykorrhizapilze, sowie auch einige
  Schwächeparasiten und Saporobionten sind Altholzspezialisten.

  Blick auf die Asse – Vorfrühlingsaspekt.
  Pilzkundliche Begehungen der Kartierungs-AG erfolgen mehrmals
  im Jahr in unregelmäßigen Abständen. Mesophiler Buchenwald, im Nordteil auch Kiefern über Kalk;
  140 – 225mHNN. Erdgeschichte: Salzaufbruch aus dem Trias. Geologische Schichten: Muschelkalk,
  Buntsandstein sowie Ton- und Mergelgestein.   

  Blick auf die Asse – Winteraspekt.


 

  Blick von der Werla (Ausgrabungsstätte - mittelalterliche Kaiserpfalz) auf den südlichen Oderwald
  Frühsommeraspekt. Mesophiler Buchenwald, Erlenbruchwald im Südoder, einige Fichtenforsten.
  Die höchste Erhebung ist der Hungerberg 205m.


 Erlenbruchgebiet im südlichen Oderwald - "Ziegeleiteich".

  Blick von der Kreisstraße K620 bei Neindorf auf den Öselberg, Westhang Frühsommeraspekt.
  Bei den Begehungen wurden charakteristische, z. T. gefährdete Pilzarten der Kalkmagerrasen aufgefunden.
  Das Landschaftsschutzgebiet ist teilweise mit Rotbuchen bewaldet; 156mHNN.
  Erdgeschichtlich betrachtet handelt es sich beim Öselberg um einen Salzaufbruch aus dem Trias.
  Die geologischen Schichten bestehen aus Muschelkalk und Buntsandstein.Unter Leitung des BUND wird mit
  Einsätzen von engagierten Naturfreunden einer Verbuschung des ökologisch bedeutsamen
  Kalkmagerrasens entgegengewirkt. Die Beweidung durch Schafe ist eine weitere Maßnahme zur
  Biotoppflege.

  Luftbildaufnahme vom Öselberg

  Ganz unten in dieser Rubrik befindet sich eine pdf-Datei mit den auf dem Öselberg kartierten,
  z.T. selten vorkommenden Pilzarten. Die Fundliste wurde an das Umweltamt Wolfenbüttel weitergeleitet.


 

  Brockenblick vom Rand des Birkenwäldchens - Kleiner Fallstein

  Birkenwäldchen im GRÜNEN BAND ( Naturreservat - ehemalige Zonengrenze ), Pionierwald auf Sandstein.
  Kleiner Fallstein - Sachsen-Anhalt. Heimat von zahlreichen an Birke gebundenen Symbiosepilzen wie
  Lactarius torminosus, Cortinarius betulinus u.a. Arten. Die Funddaten wurden mit Stand 2017 an die
  Landeskoordinatoren der Pilzkartierung von Sachsen-Anhalt weitergeleitet.


  Fuchsberg, Birkenpionierwald über Rhätsandstein. Pilzkundliche u. botanische Fundlisten 2012/13 wurden an das   Umweltamt Wolfenbüttel weitergeleitet.

  Blick vom Naturschutzgebiet Klotzberg mit Felsbandgesellschaften, Trockenrasen, Kiefern-
  ins Große Bruch. Eine kommentierte pilzkundliche Fundliste wurde 2012 angefertigt.


 Elm. Die Zusammenstellung der Gesamtliste der kartierten Pilzarten befindet sich in Arbeit.


 Heidegebiet Nähe Gifhorn. Flechtenreicher Kiefernwald des nährstoffarmen Sandbodens.


 Übererdete Mauerkronen sind potentielle Standorte für Omphalina pyxidata, Arrhenia spathulata, Arrhenia
 rickenii, Tulostoma brumale, Octosporaarten. und andere Pilzarten mit Pioniercharakter.
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 Mikroskopische Aufnahmen:
  Gyromitra gigas (Krombh.) Cooke 1878 - Riesenlorchel,  (Sporenabwurfpräparat).
  Langelliptische Ascosporen mit einem zentralen größeren und meist zwei kleineren Tropfen.
  Markante stumpfe Anhängsel an den Sporenenden. Präparation in Phloxin. Vergrößerung 1:1000 

Entoloma hirtipes
(Schumach.) M. M. Moser 1978

Traniger Rötling. Basidien und vieleckige (heterodiametrische) Basidiosporen. Präparation in Wasser, Vergrößerung 1:1000

Inocybe picea  Stangl & Schwöbel 1985
Syn.: Inocybe oblectabilis f. Macrospora
Nadelwald-Risspilz. Grobhöckerige Sporen und kristallgekrönte Zystiden. Präparation in  Wasser, Vergrößerung 1:1000.

Peziza repanda  Pers. 1880
Ausgebreiteter Becherling
Wie bei allen Pezizaarten blaut die Ascusspitze mit Jod. Präparation mit Lugol, Vergrößerung 1:1000

Scutellinia umbrorum  (Fr.) Lambotte 1887
Orangeroter Schildborstling
Braune dickwandige septierte Randhaare.
Präparation in Wasser, Vergrößerung 1:400

Scutellinia umbrorum  (Fr.) Lambotte 1887
Orangeroter Schildborstling
Grobwarziges Ornament der fast reifen Sporen
bereits erkennbar. Präparation in Wasser, Vergrößerung 1:1000


Scutellinia umbrorum  (Fr.) Lambotte 1887
Orangeroter Schildborstling
In den Asci breitelliptische unreife Sporen mit multiguttulatem Inhalt.
Paraphysen durch Carotinoide gefärbt.
Präparation in Wasser, Vergrößerung 1:1000

   

 

PDF-Anhänge für Rubrik Kartierung

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